Jubiläumsreise der Männerriege Löhningen
Zum 30-jährigen Bestehen der Männerriege Löhningen gönnten wir uns eine etwas speziellere Reise in den Vinschgau im Südtirol. Über das Bettags-Wochenende vom 17. bis 20. September organisierte unser Reiseleiter Arthur vier erholsame Tage mit einem tollen Mix von Sport, Kultur und Gastronomie; und notabene, das alles vom Feinsten.
Aber nun alles schön der Reihe nach:
Donnerstag, 17. September 2009
Am frühen Donnerstag Morgen 05:40 Uhr verstopften wir 14 Männerriegler mit Reisegepäck den sonst schon gut frequentierten Bus nach Schaffhausen. Zwei weitere Kollegen reisen uns später noch nach, so dass wir mit 16 Personen die Jubiläumsreise durchführen dürfen. Auf Anraten von unserem Reiseführer Arthur, haben wir nämlich den sonst üblichen Rucksack gegen eine Rolltasche oder Rollkoffer getauscht, welcher uns das Tragen des aussergewöhnlich umfangreichen Gepäcks ersparen sollte.
Die gut gelaunte Schar kommt bei den morgendlichen Pendlern nicht unbedingt gut an, das kann ich als regelmässiger Busbenützer nur unterstreichen. Für viele Berufspendler sind solche „Überfälle“ um diese frühe Tageszeit einfach zu turbulent. Ähnliches haben wir auf dem Zug von Schaffhausen via Zürich, vorbei am schönen Zürichsee über Wädenswil bis Landquart erlebt. Ab Landquart ging die Reise mit der Räthischen Bahn RHB etwas gemächlicher weiter, welche uns via Grüsch, Klosters, durch den Vereina-Tunnel nach Zernez führte. Angeregt durch die herrliche Landschaft und die immer lockerer werdende Stimmung, hatte bei den meisten die Magennerven auf „Hunger und Durst“ schalten lassen.
Der RHB-Wagen verwandelte sich in der Folge blitzartig in eine Kantine. Gut so; denn die folgende 1 ¼ stündige, sensationell schöne Postautofahrt über den Ofenpass auf 2149 M.ü.M., liess eine geordnete Einnahme des Znünis definitiv nicht zu. Die 12 km Quer durch den Schweizer Nationalpark wurden von dem Chauffeur kompetent dokumentiert und der Eine oder Andere hat dabei einiges an Wissen über die wilde Gegend dazugelernt. Es würde mich nicht erstaunen, wenn sich hier mittelfristig wieder Bären zeigen sollten.
Via Müstair passierten wir 10:30 Uhr in Taufers den Zoll nach Italien, was dank „Schengener Abkommen“ sogar ohne Anhalten des Postautos erfolgte. Angekommen in Mals nahmen wir nun endlich den letzten Umsteigevorgang in Angriff. Raus aus dem Postauto; rein in den Regioexpress und somit waren wir 30 Minuten später an unseren Zielort Goldrain angekommen.
Nach dem Zimmerbezug in unserem Quartier, dem Hotel Bamboo, gönnte uns Arthur keine Verschnaufpause. Eine erste sportlich / kulturelle Herausforderung war im Reiseprogramm angesagt. Mit der Regiobahn reisten wir von Goldrain nach Staben. Ein steiler, 45 minütiger Aufstieg führte uns zum Schloss Juval. 1983 wurde die Burg vom Südtiroler Extrembergsteiger Reinhold Messner erworben und restauriert. Das Schloss dient nicht nur zeitweise als Wohnsitz des Bergsteigers, sondern beherbergt auch dessen Tibetika-Sammlung und weitere Sammelstücke von seinen Expeditionen. Eine informative Führung und Besichtigung brachte uns das einzigartige Inventar der Anlage näher.

Zum Abschluss des Nachmittagsprogramms wanderten wir bei zeitweise strömenden, aber lauwarmem Regen auf dem Tscharswaalweg nach Kastelbell.
Einen langen, aber interessanten Tag beendeten wir alle mit Sauna, Schwimmen im Hallenbad (hier mit Sandstrand ), Whirlpool oder einfach mit Relaxen und später mit einem aussergewöhnlich reichhaltigen Abendessen vom Buffet und einer vorzüglichen Flasche Wein. Die Ferienstimmung kam sichtlich auf.
Freitag, 18. September 2009
Nach einem vorzüglichen Morgenessen sind wir in den neuen Tag gestartet, welcher ganz im Zeichen sportlicher Aktivität steht. Wir beabsichtigen heute, den Vinschgau mit Bikes zu erkunden.
Mit gemieteten Bikes, verladen auf einem Anhänger und zwei Kleinbussen, haben wir uns auf den Reschenpass verschoben. Bei traumhaft blauem Himmel und angenehmen Temperaturen viel es uns nicht schwer, die langen Hosen gegen die kurzen Biker-Tenus, Sonnenbrille und Helm zu tauschen.

Ausgestattet wie angehende Profis, fassten wir die Bikes. Apropos Bikes: Einige von uns verstanden darunter eigentlich Mountain-Bikes. Eine kleine Enttäuschung machte sich bei Einzelnen breit. Irgendwo hörte ich, wie das 8-gängige Gefährt mit „Chörblivelo“ betitelt und eher mit Misstrauen aufgesessen wurde. Nach der Rundfahrt um den Reschensee zog sich der Heimweg weitgehend eben bis leicht abwärts, 50 km lang durch nicht endende Apfelbaumplantagen. Dazwischen wechselten sich kleinere Steigungen mit rasanten Abfahrten. Die Apfelernte war in diesen Tagen in vollem Gange. Leuchtend rot schienen die Äpfel zwischen dem grünen Laub hervor, so dass man sich bei der Durchfahrt förmlich wie im Schlaraffenland vorkam.
Alle Teilnehmer erreichten mit mehr oder weniger grossen Umwegen, aber unfallfrei, den Zielort; das Hotel Bamboo in Goldrain. Für die Lockerung der angespannten Gesässmuskulatur sorgte anschliessend wieder die Wellness-Oase im Hotel. Das obligate Abendbuffet übertraf das vom Vorabend in jeder Hinsicht; absolute Spitzenklasse!
Samstag, 19. September 2009
Nach dem Genuss vom bereits gewohnt tollen Buffet schnürten wir die Wanderschuhe an. Den heutigen Tag wollen wir mit einer Wanderung begehen. Mit dem Bus lassen wir uns über unzählige 270 Grad-Spitzkehren zur Enzianhütte auf 2076 M.ü.M. führen. Anschliessend folgt ein 1 ¾ stündiger Aufstieg, auf gut ausgebauten Wanderwegen, zur Martellhütte auf 2610 M.ü.M. Der Speisekarte des Hüttenwartes konnte auch in diesem Fall keiner widerstehen. Nach der Regeneration der geschundenen Glieder und dem Genuss von feinem Speis und Trank, ging es zügig weiter zur Zufallshütte auf 2264 müM und zurück zur Enzianhütte. Sicher, vorbei an Erdbeerplantagen mit reifen Erdbeeren (auf 1800 M.ü.M.) brachte uns der Bus auf abenteuerlicher

Fahrt nach Goldrain zurück. Der letzte Abend im Hotel rückte näher. Nach dem unterdessen obligaten, ausgiebigen Wellnessteil, begaben wir uns zum definitiv letzten Abendessen dieser grossartigen Männerriegenreise. Das wurde auch durch die Auswahl eines besonders edlen Tropfens unterstrichen. Wir genossen nochmals die kulinarischen Höhepunkte und die Gastfreundschaft des Vintschgaus in vollen Zügen.
Sonntag, 20. September 2009
Der Tag der Heimreis ist angebrochen! Das Auschecken im Hotel ging nach dem köstlichen Morgenessen zügig voran, so dass wir um 11 Uhr die Heimreise auf dem gleichen Weg wie die Anreise antreten konnten. Mit einem kleinen Unterschied: Auf der Passhöhe des Ofenpasses haben wir das Postauto verlassen und gönnten uns hier ein feines, von der Männerriege spendiertes Mittagessen. Unser Reiseleiter Arthur hatte dies vorgängig reserviert. Das Zeitmanagement des Wirts liess uns jedoch keinen Spielraum, uns der Dessertkarte näher zu widmen. Das nächste Postauto war nämlich pünktlich wieder auf der Passhöhe eingetroffen, was bei uns zu einem ungewöhnlich hektischen Aufbruch führte. Als angenehme Überraschung entpuppte sich die Ankündigung eines Teilnehmers, dass die konsumierten Getränke zum Mittagessen, grosszügig offeriert sind. Etliche Umsteigevorgänge später und pünktlich um 19:16 Uhr sind wir von unseren Frauen in Löhningen empfangen worden.
Eine einmalige, geschichtsträchtige Männerriegenreise ist vorüber. Den zwei Kollegen danken wir Teilnehmer herzlich für die grosszügige Spende . Dem Organisator und Reiseleiter Arthur Ehrat verdanken wir die vorbildliche Organisation
und Durchführung dieser Jubiläumsreise. Wir hatten alle sehr viel Spass und konnten uns so eine kleine Auszeit aus dem Arbeitsalltag nehmen. Es war PERFEKT.
FeT

