MRL – Reise 2015 Lenzerheide Polar-Expedition Pfister 2015

Geplante Tour:
Lenzerheide-Arosa 19.-20. September

Samstag:
Löhningen – Schaffhausen – Lenzerheide – Ferienhaus Sanaspans
Wandern auf Alp Tgantieni, Mittagessen im Restaurant Acla Grischuna, über sanfte Wege via Alp Nova zum Sportzentrum mit Badeplausch im heissen Panoramapool

Sonntag:
Mit Seilbahn auf Parpaner Rothorn (28650 müM), Wanderung nach Arosa, von da mit Zug zurück nach Hause


Folgendes haben wir erlebt:


(Polar)-Expedition-Pfister


Bereits im Bus fanden die ersten Aufwärmgespräche über Arosa statt. Platziert im Zug, nutzte der
Präsident ohne zu zögern die statische Situation (schwierige Fluchtverhältnisse) und nötigte einen
(mich) zum Schreiben des Berichtes. Aber für El Presidente tun wir doch alles, auch freiwillig,
wenn es sein muss. Der nächste Clou folgte kurz darauf (die „alten“ sind halt mit allen Wassern
gewaschen).
Der Organisator informierte (aber erst nachdem der Zug abgefahren ist) folgendermassen:
Entgegen der Planung wandern wir am Samstag 1.5h (+50%) zur Alp hinauf und danach nehmen
wir die grosse Route zurück (von wegen sanfte Wege), schliesslich haben wir sonniges Wetter.
Aber wir liessen uns nicht demotivieren von solchen Kleinigkeiten. Abgesehen davon, motivierte
sich die Gesellschaft selbst mit der ersten Flasche „Seyval Blanc“ (auf das Weiterzählen der
Flaschen wird bewusst verzichtet). Die Zeit im Zuge verging wie im Fluge. Hinter uns strahlend
blauer Himmel, Sonnenschein, doch wir fuhren nach vorne, da war es grau, wolkig, dunkel. Egal,
denn wir waren dem Ziel sehr nahe, nur noch kurz nach rechts schauen, evtl. sehen wir Roger
Federers Hütte, die schöne Landschaft links interessierte zu diesem Zeitpunkt niemanden, und da
waren wir auch schon vorbei. Wer die Liegenschaft nicht erblicken konnte, bekam noch bei den
Wanderungen die Gelegenheit.
So, da waren wir auch schon, Lenzerheide. Kurz die Sachen in der UK verstauen und mit den
Badehosen im Sack ab auf den Berg. Die einen waren dermassen motiviert abmarschiert, dass sie
den einen Linksabbieger verpassten. Die Extraschlaufe tat etwas weh, aber sie konnten das Feld
von Hinten wieder aufholen. Von nun an blieben wir zusammen und kamen als Einheit im
Restaurant an, und das Punkt 12.00. Schreiend! begrüsst uns der Chef de Cuisine, und er hielt
diesen Ton bis zum Abschied, unglaublich. Entweder wird er von Tinitus begleitet oder freut sich
fulminant über die zahlreichen Gäste. Nett war er trotzdem, schöpfte sogar noch etwas Capuns
nach und spendierte den hausgemachten Arvenschnaps. Diejenigen, die im Restaurant die
bezaubernde Arve als Lärche betitelten, wurden vom Chef des besseren belehrt, denn Sie hat 5
Nadeln gebündelt, und nicht nur zwei. Eine traurige Nachricht hat uns dennoch erreicht, ein
Mitglied hat seinen Austritt angekündigt und eine Runde spendiert, aber nur mit einer Runde
kommst Du uns nicht davon und musst halt noch etwas bleiben. Soll ich noch die unrasierte
Bedienung erwähnen, nee, dass lass ich doch lieber.
Und weiter ging es Richtung Badi. Das eine Drehkreuz wäre gar nicht so aufgefallen, aber El
Presidente verfing sich darin wie El Fisch im Netz, für das Youtube Video reichte es leider nicht
mehr. Wieder fanden zahlreiche Gespräche statt. So lernte ich noch, dass ein Fendt mit grauen
Felgen höchstwarhscheinlich ein Mietfahrzeug ist und mit roten privat, super. Ein weiterer freute
sich über den blutten Adonis des anderen, ach, es wurde höchste Zeit für die Badi. Doch das
Vergnügen würde sich in der Badi als etwas anderes entpuppen. Völlig leichtsinnig begleitete ich
sprintend den Kollegen zur Rutschbahn und liess ihn vor. Oben angekommen, zog er sich die
Badehosen, ja er ü50 und zog sich das Ding voll in die Ritze. Mann, das Rotsignal leuchtete viel zu
lange. Zum Glück rutschten wir einzeln und nicht in der Kolonne. Fürs Protokoll, Frauen und
Kinder waren keine in der Nähe, sie blieben verschont. Danach war relaxen für Kopf und Geist
angesagt, ab ins Outdoorsprudelbad. Von unten kam der Sprudel, von oben der Regen. Wer beim
zurücklaufen meinte in Begleitung schlechten Wetters zu sein, warts ab, de Sunntig chunt no
ersch.
Doch bevor wir zum Sonntag kommen, muss der Zeitplan kurz erwähnt werden. Punkt 18 hundert
trafen wir in der Unterkunft ein, so gut kann man gar nicht planen, einfach top. Nach einer
Verschnaufpause kamen wir zum Abendessen, wobei bekanntlich das Beste danach kommt.
Das dachte sich auch El Presidente, er gab sich an diesem Tag grosse Mühe und schoss einfach
jeden Vogel ab. Als die Bedienung mit dem Dessert kam, ihre Hüfte neben ihm platzierte, und er
im perfekten Moment meinte: „poah, log mol das dicke Stuck a“… Wieso auch immer, danach kam
sie nimmer.
Der Abend war noch jung, so fühlte sich auch mancher beim tschüttele oder pingpöngle, richtige
Superstars traten zu Tage. Sogar beim Mikado wurden versteckte Talente entdeckt, aber dann
wurde es langsam Zeit das Kissen zu umarmen. Schwups, und schon war der Morgen da. Furz,
Schmatz und wir waren gerüstet für Tag 2.
Die meisten ahnten, dass es etwas frisch würde, und hatten sich warm eingepackt. Aber als wir die
Seilbahn erblickten, weiss bedeckt, naja, wird scho guet usecho… Der erste fing auch schon an
etwas Zweckoptimismus zu verbreiten und stimmte das Lied „ganz in weiss“ an. Aber es wurde
nicht besser, denn von irgendwo muss ja das Weiss auf der Seilbahn kommen. Und so kam es
auch, direkt ins Gesicht. Mit den Füssen tief im Schnee stampften wir uns den Weg frei. Wie war
das noch mit Arosa, wenn wir nur den Weg finden würden. Die Sicherheit geht vor und wir
entschieden uns für den anderen Weg, der uns wieder zur Mittelstation führte. Vorbei an Wild und
Geflügel (wir haben allerlei angetroffen, sogar Albert mit den gestrickten Socken, der etwas an die
Werbung mit den zwei Appenzeller auf dem Bänkli erinnerte), gehts immer weiter abwärts.
Spätestens jetzt spürten einige das arme Vieh im Knie, oder so, und freuten sich wieder die
Seilbahn zu sehen. Ebenfalls Freude bescherte der Anblick des Postautos, das uns statt von
Arosa ab der Lenzerheide mitgenommen hat, und das noch „gratis“, merci. Gemütlich ging es im
Zug weiter, da wurden mir sogar die Hosen runtergelassen (die Regenhosen), auch dafür merci.
Danach waren wir parat für einpaar runden „Hosä abä“, bis es hiess „wir treffen in Schaffhausen
ein“.
Wie man sieht, haben wir einiges erlebt, und da möchte ich nochmals Philipp ganz herzlich für die
Organisation danken. Dankä Philipp, nögst Johr wieder ;o)

Domagoj Margetic
Männerriege Löhningen