






Gruyères ist nicht nur Käse – MRL Reise 2019
Da gibt es noch das Städtchen Gruyères (ganz bezaubernd!), Moléson-sur-Gruyères und le Moléson. Die Unterschiede sind 810m ü.M., 1103m ü.M. und 2002m ü.M. Warum weiss ich die Zahlen? Weil ich stundenlang an diese denken musste, Schritt für Schritt. Profis würden sagen, die Aussicht war ein Traum, meine Weitsicht war durch Sauerstoffmangel getrübt. Technische Profis hatten wir auch unter uns, deren Smartphones zählten die Schritte und Höhenmeter. Nur eins nicht, das des Hochbaureferenten, kein Scherz, sein Smartphone zählt in Stockwerken. Der Start unserer Reise erfolgte in guter alter Manier. Bus, Bahn und Wein, so muss es sein! Wer meint Bahnreisen seien langweilig, der muss mal mit uns mitkommen, ich amüsiere mich jedes mal. Soll ich noch kurz vom weiblichen TV erzählen, der in Zürich dazugestossen ist, manch Augen zum funkeln brachte, das Testosteron und hohen Puls in Heldensprüche umwandelte um dann mit entzücktem Lächeln abgeblitzt zu werden, obwohl diese noch Deutsch gesprochen haben, aber nicht einmal in der Muttersprache überzeugt werden konnten? Zu spät, ich habs schon wieder getan. Wo waren wir, ach ja, bei den Stockwerken unseres Technoprofis. Bis zum Gipfel sollten es 430 Stockwerke sein, aber vorher begutachteten wir zuerst die Schaukäserei mit anschliessenden Häppchen. So ein Käse braucht zur Herstellung richtig viel Milch, über 10 Liter für rund 1kg Käse. Käse wurde auch gesprochen. Beispiel mit der französisch sprechenden Kellnerin, bevor wir die erwähnten Häppchen verköstigen wollten: Er sagt: „Reservation für zwölf“, sie „combien“, er „zwölf“, sie „in englisch?“, er „zwölf“. Das Spiel war zwar lustig anzuschauen, aber ich hatte Hunger und konnte nicht warten bis sein Französisch reift, da ist sogar der Parmesan schneller, und ich beschleunigte das ganze mit dem Wort „douze“. Als sich dann noch einer nach serviertem Wein und Käse bedanken wollte und „vive la France“ schrie… (spürt ihr, wie ich noch immer den Kopf schüttle?).
Nicht nur Käse gibt es in Gruyères, sondern auch Aliens. Die haben da so einen Franchise Ableger Namens „H.R.Giger-Bar“, der dem Namen alle Ehre macht, googelt die Bilder, äusserst eindrücklich. Leider gehen die Aliens früh schlafen und haben kurz nach acht wieder geschlossen.
Wir folgten dem Ruf des Berges. Am Samstag, von Gruyères nach Moléson-sur-Gruyères. Am Sonntag ging es dann ganz auf die Spitze le Moléson, die Meter- und Stockwerkzahlen kennt ihr ja schon. Spätestens jetzt zückten die Letzten ihre Gehstöcke und Rollatoren hervor und pickten sich den Berg hoch. Aber auch diese Leiden waren verschwunden, als wir mit einem Bier nach Frankreich, über den Lac-Leman (Gänfersee, nöd wohr) und rüber zum Greyerzer Tal blickten. Wow, einfach bewundernswert unsere kleine Schweiz.
Nach unten durften wir die Seilbahn und die Standseilbahn nehmen, um dann unseren wohl verdienten Zmittag zu geniessen. Auch hier roch es wieder nach Käse, das ganze Wochenende roch es nach Käse. Sogar als einer im Zug nach Hause furzte, roch es nach Käse. Mist und Käse nochmals dachte sich ein weiterer, nachdem er den Doppelstöcker mit nur einem Schritt nach unten platschte. Ich habe ihn schon in Einzelteilen gesehen, aber nichts passiert.
Wohl auf und gut angekommen verdanken wir einmal mehr unvergessliche Momente dem Organisator, dieses Mal Robert. Merci beaucoup, Robär.
Domagoj Margetic
Männerriege Löhningen

