Grazie Sonogno – MRL Reise 2017
Grazie auch an Michel, denn Dank seiner Organisation durften wir folgende Reise erleben:
Es war die Woche, als der IG-Nobelpreis für das „Didgeridoo gegen Schnarchen“ verliehen wurde. 17 mutige Helden begaben sich Richtung Verzascatal zum Lago di Vogorno, dem Stausee mit der vierthöchsten Staumauer der Schweiz. Die ist so toll, da wollte sogar James Bond herunterspringen, aber als er dort oben Stand bekam er etwas Angst und es musste der britische Stuntman Wayne Michaels für ihn springen.
Aber eins nach dem andern. Die Reise dorthin war auch nicht ohne. Zuerst musste die Mannschaft pünktlich und komplett an der Bushaltestelle erscheinen, haben wir geschafft. Dann, im Zug eingestiegen, sollte der Wein ohne Malanno (Malheur auf italienisch) genossen werden. Doch il malanno liess sich nicht lumpen und Expresidente haute den Becher um (er kann es immer noch). Nichts desto trotz war die Hinreise, anders als die Rückreise, sehr gemütlich. Bald waren wir in Tenero und erholten uns kurz vom Sitzen, nämlich mit einem Kaffee, sitzend in einem Kaffee. Andere mampften noch etwas und dann ging es los zur Diga della Verzasca, „die Staumauer“. Der Aufstieg war kurz und schmerzvoll. Die 260 Höhenmeter fingen mit dem ersten Schritt an und zogen die Steigung bis zum letzten Schritt voll durch. Zudem haben wir die geplanten 1h15min in nur 45min geschlagen. Schuld daran war unser Duracell-Männchen. Als er den Bungeejump gerochen hatte, war er nicht mehr zu bremsen und lief und lief und lief. Doch oben angekommen war die Anstrengung vergessen, die Aussicht über den See oder ins Tal hinunter entzückte einfach alle. Entzückend war auch der 220m Blick gerade nach unten. Auf dem Weg zum Bungee Sprung fingen den 17 mutigen Helden an die Knie zu schlottern, der eine wurde Höhenkrank, dem anderen fehlte die Kohle, ein anderer hatte das Haftgel für die Zähne Zuhause liegen lassen, und so blieb nur noch 1 Held übrig. Und der sprang. Das Fliegen in der Luft sei schon einmalig, und der sanfte Fall in das wieder hochkatapultierende Seil sehr eindrücklich.
Coole Sache. Nach der Aufregung genossen wir noch ein wenig die Sonne, denn der Regen war für später angesagt. Mit dem Postauto ging es dann dem Tal entlang bis ganz nach hinten, wo die Strasse nicht mehr weiterführte, benvenuto a Sonogno. Der Regen erwartete uns bereits, aber der Anblick auf die bezaubernde Steinhäuser war in keinster Weise beeinträchtigt. Der Anblick lud zum Verweilen ein, doch wir waren noch nicht fertig. Wir bezogen unsere Zimmer, gönnten uns ein kleines Bierchen und machten uns vor der Unterkunft parat für einen kleinen Spaziergang. Der Regen tröpfelte weiter und motivierte so manchen Regenschirm sich auszubreiten. Der Präsi hatte sich diesen gespart und stülpte sich so eine Plastiktüte über, berschriftet mit 20% und Cumuluspunkten, da fehlte nur noch der Strichcode und er wäre bereit zum Verkauf. So machte sich die Truppe, gerüstet mit Schirm, Scharm und dem Präsi im Präsi auf den Weg zum nahe gelegenen Grotto Efra, verputzte drei kalte Platten und war wieder Fit für den kleinen Aufstieg zum Wasserfall Cascata la Froda. Die Natur bietet einem immer wieder traumhafte Bilder, so auch diese kleine Süsswasserlagune unter dem Wasserfall. Vom Moment erfasst, setzte der Präsi dann nicht nur das Tüpfelchen aufs i, sondern auch sich füdliblutt ins Wasser. Keiner wollte mit hinein, ob das wohl am blutten Füdli im Wasser lag? Nein, das lag eher am kalten Wasser. Hoffentlich holt er sich keine Erkältung, dachte sich manch einer. Mit dem Elan vom Samstag stachen wir in den Sonntag und nahmen die vierstündige Wanderung on Sonogno nach Lavertezzo in Angriff. 22’408 Schritte, 16,8km oder 1059kcal später, kamen wir in Lavertezzo an. Um die erlebte Naturpracht in Worte zu fassen, bräuchte ich noch ganz viel Prosa, den Duden und 300 Seiten Papier. Aber einfach ausgedrückt, es war sehr schön und ich empfehle an dieser Stelle Lavertezzo im Internet zu googeln.
Bis und mit Lavertezzo, hatten wir ein fulminantes Angebot an kulinarischen Genüssen, alles was man im Ticino so kennt, war einfach super. Leider war auch die Zeit schon wieder vorbei und wir mussten wieder nach Hause. Diesmal war der Zug nicht mehr so frei und das bekam auch ein Fahrgast zu spüren, denn er hockte trotz Reservation auf unseren Plätzen. Und da trat unser Schnauzer in Aktion, der auch die Kilometer in den Beinen hatte und gar keinen Spass mehr verstand. Die Bewegungen seines Fingers waren köstlich. Zuerst wanderte er Richtung Reservationsblatt am Fenster, dann schweifte er rüber zum Fahrgast, zuckte kurz vor und zurück und leitete über in einen tiefen Schwung Richtung anderem Ende des Zuges. Der arme Mann war kurz verwirrt. Aber als dann noch mit scharfem Blick die charmante Aufforderung „hopp hopp“ ertönte, erfuhr der Mann ein Gefühl eines vermutlich noch nie dagewesenen Stehaufmännchens und zottelte davon.
Zuhause angekommen zottelten auch wir davon mit einem Rucksack voller neuer und toller
Erinnerungen.
Und wer sich noch Sorgen um Präsis Gesundheit macht, den kann ich beruhigen. Er hat sich von seiner Erkältung bestens erholt und ist wieder fit für unseren wöchentlichen Sport.
Domagoj Margetic
Männerriege Löhninge




